Von Wetterglück bis Blumenmeer: Hoffmann zieht Auhof-Bilanz

Schwere Unwetter vor dem Turnier, rund 120 Pferde und elf Titelentscheidungen: Der RC Auhof Fernitz bewältigte eines der größten heimischen Dressurwochenenden des Jahres. Gastgeber Ludwig Hoffmann zeigte sich mit den sportlichen Leistungen, der Stimmung und vor allem mit seinem Helferteam hochzufrieden.


In den Tagen vor den Staatsmeisterschaften hatten Ludwig Hoffmann und sein Team noch gegen die Folgen schwerer Regenfälle gekämpft. Die sichtbaren Wassermassen wurden abgepumpt, die Anlage für die Ankunft der rund 120 Pferde vorbereitet. Von Freitag bis Sonntag hielt das Wetter – und am RC Auhof rückte der Sport in den Mittelpunkt.

„Ich bin beeindruckt, wie viele den Weg hierher gefunden haben. Wir haben in den verschiedenen Klassen großartige Leistungen und viele Ritte über 70 Prozent gesehen. Das ist bei Meisterschaften wegen der Aufregung und des Ehrgeizes nicht selbstverständlich“, bilanzierte Hoffmann.

In Fernitz wurden die Staatsmeistertitel in Dressur und Para-Dressur, die Österreichischen Meisterschaften in allen Altersklassen und der Kleinen Tour sowie die Bundesländer-Mannschaftsmeisterschaften vergeben. Peter Gmoser gewann mit Dante’s Daiquiri zum dritten Mal die Dressur-Staatsmeisterschaft. Martin Hauptmann sorgte mit Quantum Glueck als Zweiter für eine steirische Medaille.

In der Para-Dressur setzte sich Julia Sciancalepore mit Heinrich IV durch. Yvonne Isabel Spielhofer und Daisy 111 sowie Julia Mitterhuemer und Showgirl 4 holten Silber und Bronze für die Steiermark. Belinda Weinbauer gewann mit Diamond of Eternity GV die Kleine Tour.

Auch in den Mannschaftsbewerben gab es rot-weiß-rote Vielfalt. Wien holte den Titel in der Bundesländer-Mannschaftsmeisterschaft (BLMM) vor Oberösterreich und Steiermark 1. Bei den BLMM-Ponys blieb Gold durch Johanna Leitner, Elena Schaden, Valentina Uitz und Emma Hödl im Gastgeberbundesland.

„Ohne Team geht überhaupt nichts“

Neben den Ergebnissen freute sich Hoffmann besonders über die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer:innen. Für ihn war das gelungene Wochenende vor allem eine Gemeinschaftsleistung.

„Ohne Team geht überhaupt nichts. Wenn es keine Menschen gibt, die beim Schreiben, im Buffet oder dort, wo sie gerade gebraucht werden, mit anpacken, ist eine solche Veranstaltung nicht möglich. Ich bin sehr stolz darauf, dass bei unseren Turnieren seit Jahrzehnten so viele Menschen zusammenhelfen.“

Zum Markenzeichen des RC Auhof gehört die Liebe zum Detail. Das zeigte sich bei der Gestaltung der Bewerbsplätze ebenso wie bei der Kulinarik und dem auffälligen Blumenschmuck. Für Letzteren ist der Hausherr persönlich verantwortlich. „Die Blumen sind ein Hobby von mir. Früher sind die Frauen wegen mir stehen geblieben, heute wegen der Blumen“, scherzte Hoffmann.

Aus einem Probejahr wurden fünf Jahrzehnte

Das Meisterschaftswochenende bot auch den Rahmen für ein außergewöhnliches Jubiläum: Ludwig Hoffmann ist seit 50 Jahren steirischer Dressurreferent. Ursprünglich war sein Engagement deutlich kürzer geplant.

„Der damalige Präsident hat mich nur für ein Jahr auf Probe bestellt. Dass daraus 50 Jahre werden, hätte niemand gedacht – ich auch nicht“, erinnerte sich der Präsident des Steirischen Pferdesportverbandes.

In diesen fünf Jahrzehnten habe sich der Dressursport im Bundesland grundlegend verändert. Die Steiermark sei früher „ein bisschen Hinterland“ gewesen. Die Landesmeisterschaften wurden auf deutlich niedrigerem Niveau ausgetragen, inzwischen reichen die Bewerbe bis zum Grand Prix.

Als einen Motor dieser Entwicklung bezeichnet Hoffmann die gesunde Konkurrenz innerhalb des Landes. Er erinnert sich an die Reaktion auf einen seiner frühen Erfolge: „Da haben sich andere gedacht: Was der Hoffmann kann, können wir auch.“ Dressurstammtische und die steirische Dressurtour hätten ebenfalls dazu beigetragen, den Sport kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Stillstand ist auch nach dem Jubiläum nicht geplant. 2027 soll es auf dem RC Auhof wieder ein Frühjahrsturnier geben. Eine Woche später ist eine kleinere Veranstaltung für Anfänger:innen und den Nachwuchs vorgesehen. Ob darüber hinaus erneut Meisterschaften nach Fernitz vergeben werden, ist noch offen.

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