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Mit Ruhe und Gelassenheit zum WM-Spektakel nach Aachen

Europameisterschaft, Weltcup-Finale in Texas und jetzt die Weltmeisterschaft in Aachen – für Bettina Kendlbacher reiht sich derzeit Karrierehöhepunkt an Karrierehöhepunkt. Gemeinsam mit Broadmoars Don Alfredo AWÖ gehört die Steirerin zum österreichischen Dressurteam für die FEI World Championships im Rahmen der Multi-WM (11. bis 23. August) und reist am Freitag ins Mekka des Pferdesports. Trotz aller Vorfreude bleibt die 38-Jährige ihrer Philosophie treu: den Moment genießen und sich auf das konzentrieren, was sie selbst beeinflussen kann.


Gemeinsam mit Ulrike Prunthaller (ST) auf Fleur TSF, Peter Gmoser (B) auf Dante’s Daiquiri und Felicita Simoncic (W) auf Four Legends vertritt Kendlbacher Österreich in der Dressur. Auf dem Programm stehen am 11. und 12. August die Grand-Prix-Bewerbe mit der Mannschaftsentscheidung, ehe am 14. August der Grand Prix Spécial und am 15. August die Grand Prix Kür als Einzelfinals folgen.

Dass sie nach der Europameisterschaft im französischen Crozet 2025 und dem Weltcup-Finale in Texas 2026 nun auch bei einer Weltmeisterschaft in Aachen an den Start gehen darf, hätte sie vor wenigen Monaten selbst kaum für möglich gehalten. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich noch gar nicht richtig Zeit gehabt, mich darüber zu freuen. Im Stall ist gerade unglaublich viel zu organisieren, wir haben Personalmangel, die Urlaubszeit läuft und dann gibt es immer wieder Dinge, die plötzlich nicht funktionieren. Wahrscheinlich wird mir erst bewusst, was da passiert, wenn ich in Aachen mit meinem Pferd ins Stadion einreite.“

Die vergangenen Monate beschreibt Kendlbacher als eine Zeit, in der sich ein Höhepunkt an den nächsten gereiht hat. Nach der EM in Crozet folgte die überraschende Qualifikation für das Weltcup-Finale in Texas – und nun wartet mit der Multi-WM in Aachen bereits das nächste Großereignis. „Im Moment passiert alles Schlag auf Schlag. Oft habe ich das Gefühl, dass ich den Ereignissen fast hinterherlaufe und vieles erst im Nachhinein richtig realisieren kann. Natürlich gehört auch immer etwas Glück dazu. Gleichzeitig steckt hinter solchen Reisen unglaublich viel Organisation. Man freut sich jedes Mal, wenn Pferd und Mensch gesund wieder zu Hause ankommen.“

Den Fokus auf das Wesentliche

Während zwei Teamkolleginnen (Anm.: Felicita Simoncic und Ulrike Prunthaller) in Aachen ihr Senior-Championatsdebüt feiern, gehört Kendlbacher nach ihren internationalen Einsätzen mittlerweile zu den erfahreneren Reiter:innen im österreichischen Dressurteam. Eine besondere Rolle möchte sie daraus aber nicht ableiten. „Ich sehe uns als Mannschaft. Jede und jeder bringt seine eigenen Stärken mit und ich habe vor den Leistungen meiner Teamkolleginnen und Teamkollegen großen Respekt. Wir fahren gemeinsam nach Aachen und wollen als Team das Beste herausholen.“

Auch sportlich bleibt die Steirerin bewusst bodenständig. Für sie steht nicht das Ergebnis im Vordergrund, sondern die Chance, Österreich auf einer der größten Bühnen des Pferdesports vertreten zu dürfen. „Für Österreich bei so einem Großereignis starten zu dürfen, ist alles andere als selbstverständlich. Das Beste geben möchte ich immer – egal ob in Lipica oder in Aachen. Aber ich möchte diese Weltmeisterschaft vor allem genießen und wertschätzen. Man weiß nie, was morgen ist.“

Dass in Aachen Zehntausende Zuschauer:innen für eine außergewöhnliche Atmosphäre sorgen werden, beschäftigt Kendlbacher hingegen kaum. „Ich mache mir darüber ehrlich gesagt überhaupt keine Gedanken. Ich konzentriere mich auf die Dinge, die ich beeinflussen kann – meine Vorbereitung, meine Leistung und mein Pferd. Alles andere liegt nicht in meiner Hand. Sich darüber Gedanken zu machen, wäre für mich reine Energieverschwendung.“
Mit dieser Gelassenheit reist Bettina Kendlbacher am Freitag nach Aachen. Nach der EM in Crozet und dem Weltcup-Finale in Texas wartet nun das nächste Kapitel ihrer außergewöhnlichen Reise – und die bislang größte Bühne ihrer Karriere.

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