OEPS Online Portal

Vom Neuanfang zur WM: Prunthaller feiert Premiere

Zwei Jahre, ein neuer Stall, eine besondere Stute – und jetzt die Weltmeisterschaft. Für die Steirerin Ulrike Prunthaller geht mit der Nominierung für die FEI World Championships im Rahmen der Multi-WM in Aachen (11. bis 23. August) ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Gemeinsam mit ihrer 14-jährigen Trakehner-Stute Fleur TSF feiert die Dressurreiterin ihr erstes Senioren-Championat und möchte im Mekka des Pferdesports vor allem eines: zeigen, was in ihrem Pferd und in ihr steckt.


Gemeinsam mit Peter Gmoser (B) auf Dante’s Daiquiri, Felicita Simoncic (W) auf Four Legends und Bettina Kendlbacher (ST) auf Broadmoars Don Alfredo AWÖ bildet Prunthaller das österreichische Dressurteam für die Weltmeisterschaften. „Es fühlt sich ehrlich gesagt immer noch ein bisschen unwirklich an. Ich freue mich riesig, weil ich schon viele Jahre auf ein Championat hingearbeitet habe. Es hat aus unterschiedlichsten Gründen nie geklappt. Dass es jetzt mit Fleur TSF funktioniert hat, macht mich unglaublich glücklich“, sagt die Steirerin.

Der Weg nach Aachen war dabei alles andere als selbstverständlich. Vor rund zwei Jahren wechselte Prunthaller als Bereiterin zum Trakehner Gestüt Murtal – ein Schritt, der sich sportlich als Volltreffer erwies. Mit Fleur TSF entwickelte sich in kurzer Zeit eine Partnerschaft, die von Turnier zu Turnier stärker wurde. Spätestens nach den überzeugenden internationalen Auftritten in Lipica und Hagen begann auch bei ihr selbst der Glaube zu wachsen, dass der Traum von der Weltmeisterschaft Realität werden könnte. „In Hagen habe ich zum ersten Mal gespürt, dass es wirklich klappen könnte. Wir wachsen immer mehr zusammen und verbessern von Turnier zu Turnier die kleinen Details. Zwei Jahre sind in der Dressur eigentlich keine lange Zeit. Umso schöner ist es, dass wir uns gemeinsam so entwickelt haben.“

Fleur TSF – eine Stute mit außergewöhnlicher Einstellung

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist für Prunthaller ihre Stute Fleur TSF. Nicht spektakuläre Einzelmomente, sondern ihre außergewöhnliche Konstanz zeichnen die 14-jährige Partnerin aus. „Ihre größte Stärke ist ihre Einstellung. Egal wie viel rundherum los ist – sie ist immer bei mir und voll konzentriert. Es gibt kaum eine Prüfung, in der sie sich von der Atmosphäre beeindrucken lässt. Genau diese Verlässlichkeit macht sie so besonders.“

Auch Prunthaller selbst hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Statt sich von großen Zielen unter Druck setzen zu lassen, setzt sie heute auf Gelassenheit und Vertrauen. „Ich habe gelernt, dass man ehrgeizig sein muss, aber gewisse Dinge nicht erzwingen kann. Man braucht Ziele, muss aber auch loslassen können. Früher wollte ich oft zu viel. Heute konzentriere ich mich auf die nächste Runde und lasse vieles einfach auf mich zukommen.“

Dass ihre Championats-Premiere ausgerechnet in Aachen stattfindet, empfindet die 42-Jährige als etwas ganz Besonderes. Zweimal war sie bereits beim traditionsreichen CHIO Aachen und kennt die einzigartige Atmosphäre. „Aachen ist das Mekka des Pferdesports. Ich weiß ungefähr, was dort auf mich zukommt, und das hilft sicher. Natürlich wird bei einer Weltmeisterschaft noch einmal alles größer sein. Aber ich freue mich riesig darauf, Teil dieses besonderen Ereignisses zu sein.“

Sportlich bleibt Prunthaller trotz aller Vorfreude realistisch. Ihr großes Ziel ist der Einzug in den Grand Prix Special. „Wenn wir eine schöne, fehlerfreie Runde zeigen und uns für den Special qualifizieren, wäre das ein riesiger Erfolg. Alles andere wird sich ergeben. Wichtig ist, dass wir unser Potenzial abrufen.“

Schlagwörter dieser Seite